LOCALIZE Kanalarbeiten – 16. und 17. Juni 2012
Einst holländische Gracht inmitten der Stadt wurde der Potsdamer Stadtkanal in den 1960er Jahren zugeschüttet und in Parkplätze umgewandelt. Eine Rekonstruktion ist geplant. In der Yorkstraße liegt der Kanal bereits ausgehoben aber trocken. Nur bis zur Wassersohle frei gelegt wird dieses Teilstück voraussichtlich noch Jahrzehnte in diesem Zwischenstadium verweilen.
Regelmäßig wächst Gras in dem 300 Meter langen Becken, dass sogar gemäht wird, um einmal im Jahr mit einem sportlichen „Kanalsprint“ die Menschen an die Ufermauern zu locken. Dann wird für einen einzigen Tag Trinkwasser eingeleitet und dem Provisorium mit dem Kanurennen etwas Leben eingeflößt, bevor der Kanal sein dysfunktionales Dasein einer Brache und Barriere mit ungewisser Zukunft fortsetzt.
LOCALIZE KA N A L AR BE I T E N beendet den Wartezustand des Kanals. Freiluft-Ausstellung, Kanalcafé und Musik zeigen verschiedene Nutzungsmöglichkeiten des trockenen Beckens auf. Der Kanal wird Bühne und Projektionsfläche, Galerie und Arena.

VERBINDUNGEN – TRENNUNGEN – UNTERBRECHUNGEN
KANALARBEITEN beschäftigt sich mit den vom Stadtkanal verursachten Verbindungen, Trennungen und Unterbrechungen.
Ein Kanal sorgt normalerweise für die direkte Überbrückung räumlicher und zeitlicher Entfernungen. Dieses rekonstruierte Teilstück in der Yorkstraße ist aktuell mehr Barriere als verbindender Verkehrsweg, trennt eher, als das es verbindet. Als städtebauliches Projekt, das ins Stocken geraten ist, stellt es den Fußgänger vor ungewöhnliche Entscheidungen. Städteplanerische Fragen zu Verkehrswegen und Ruhezonen für Bewohner spiegeln sich im Kanal ebenso wie Fragen nach Luxus und Notwendigem.
Wenn man sich von der konkreten Potsdamer Situation entfernt, bietet das Kanalbett vielseitige Bezugspunkte. Welche Erwartungen haben wir an Infrastruktur, Kommunikation und Ästhetik? KANALARBEITEN zeigt die Vielfalt der Verbindungen im täglichen Leben und wie schnell sie gestört sein können.

